
Shipka-Gedächtniskirche, der Tempel der Geburt Christi
Die Gedächtniskirche der Geburt Christi, besser bekannt als Shipka-Gedächtniskirche, erhebt sich über der Stadt Schipka am Fuß des Balkangebirges (Stara Planina). Zwischen 1885 und 1902 im Stil russischer Kirchen des 17. Jahrhunderts erbaut, erinnert sie an die russischen Soldaten und bulgarischen Freiwilligen, die im Befreiungskrieg 1877/78 starben. Ihre vergoldeten Kuppeln und der schlanke Glockenturm machen sie zu einem der eindrucksvollsten Anblicke Mittelbulgariens.
Ihre Glocken wurden aus Patronenhülsen gegossen, die nach den Kämpfen am Schipka-Pass gesammelt wurden; die schwerste wiegt etwa 12 Tonnen. Eine russische Kirche mit goldenen Zwiebeltürmen auf bulgarischem Boden.
Die Geschichte der Shipka-Gedächtniskirche
Der Schipka-Pass war im Sommer 1877 Schauplatz erbitterter Kämpfe im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877/78, der zur Befreiung Bulgariens führte. Dort starben russische Soldaten und bulgarische Freiwillige. Nach dem Krieg entstand die Idee einer Kirche zu ihrem Gedenken. Die Initiative ging von Graf Nikolaj Ignatjew und Olga Skobelewa aus, der Mutter des russischen Generals Michail Skobelew, der zum Kriegshelden geworden war. Das Geld kam aus Spenden, vor allem aus Russland, aber auch aus Bulgarien.
Der Bau begann 1885 und dauerte bis 1902. Kirche und Glockenturm folgen einem Entwurf von Antoni Tomischko und wurden unter dem Architekten Alexander Pomerantsew ausgeführt, der auch die Ikonostase entwarf. Vorbild waren russische Kirchen des 17. Jahrhunderts und die alten Kirchen des Goldenen Rings Russlands. Die Mauern bestehen aus rotem Backstein mit weißen Fensterrahmen, und über dem Dach erheben sich fünf vergoldete Kuppeln mit Kreuzen: eine größere in der Mitte und vier kleinere. Daneben entstanden ein Männerkloster, ein Pilgerhaus und ein Priesterseminar.
Eingeweiht wurde die Kirche am 27. September 1902 im Beisein von Generälen der russischen Armee und vieler Gäste. Das Datum fiel mit dem 25. Jahrestag der Kämpfe am Schipka-Pass zusammen; eine der Quellen nennt den 28., der genaue Tag ist also nicht einheitlich. Der schlanke, reich verzierte Glockenturm ist 53 Meter hoch und trägt 17 Glocken. Die schwerste wiegt etwa 12 Tonnen; alle wurden aus den nach den Kämpfen in der Gegend gesammelten Patronenhülsen gegossen.
Im Inneren tragen 34 Marmortafeln die Namen russischer Regimenter und von 8491 im Krieg gefallenen Offizieren, Soldaten und Freiwilligen. In der Krypta ruhen die sterblichen Überreste der Gefallenen in 17 Steinsarkophagen, und das Beinhaus soll die Gebeine von fast 9000 russischen und bulgarischen Soldaten bergen. Die Wände wurden zweimal ausgemalt: 1902 und noch einmal 1957 bis 1959. 1970 wurde die Kirche zum nationalen Kulturdenkmal erklärt; heute gehört sie zum historisch-architektonischen Reservat „Schipka-Busludscha“. Der polnische Artikel nennt sie das erste Denkmal der russisch-bulgarischen Freundschaft.
Kurioses über die Shipka-Gedächtniskirche
- Die Glocken wurden aus Patronenhülsen gegossen, die nach den Kämpfen am Schipka-Pass gesammelt wurden; die schwerste wiegt etwa 12 Tonnen.
- Der Glockenturm ist 53 Meter hoch und hat 17 Glocken; er ist reich mit Bögen, Säulen, Majolika und Vergoldung verziert.
- Auf 34 Marmortafeln im Inneren stehen die Namen russischer Regimenter sowie gefallener russischer Soldaten und bulgarischer Freiwilliger.
- Die Krypta birgt 17 Steinsarkophage, und das Beinhaus soll die Gebeine von fast 9000 Soldaten enthalten.
- Das Innere wurde zweimal ausgemalt, 1902 und noch einmal 1957 bis 1959.
- Die Kirche steht als Nr. 92 auf der Liste der Hundert Nationalen Touristenziele des Bulgarischen Touristenverbands.
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Die Shipka-Gedächtniskirche besuchen: das sollten Sie wissen
- Die Kirche ist zugleich orthodoxer Andachtsort und Denkmal für die Kriegstoten; ruhiges, respektvolles Verhalten ist selbstverständlich.
- Von außen fallen die roten Backsteinmauern mit weißen Rahmen, die fünf vergoldeten Kuppeln und der 53 Meter hohe Glockenturm auf.
- Im Inneren sind die Marmortafeln mit den Namen, die vergoldete dreireihige Ikonostase und die Krypta die Hauptpunkte.
- Die Quellen enthalten keine Besuchsangaben; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Bedingungen, auch zum Zugang zur Krypta.
- Das Grab des Seuthes III. (rund 2 km), das Grab von Ostruscha (3 km) und das Schipka-Denkmal auf dem Pass (4 km) liegen in der Nähe.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Shipka-Gedächtniskirche
Fotos: Shipka-Gedächtniskirche





Fragen
Was ist die Shipka-Gedächtniskirche?
Es ist die Gedächtniskirche der Geburt Christi, eine orthodoxe Kirche bei der Stadt Schipka, zwischen 1885 und 1902 im russischen Stil erbaut. Sie ist den Gefallenen des Krieges von 1877/78 gewidmet.
Wo liegt die Shipka-Gedächtniskirche?
Sie steht in der Stadt Schipka, Gemeinde Kasanlak, am Fuß der Stara Planina, rund 13 km unterhalb des Schipka-Passes.
Warum wurde die Shipka-Gedächtniskirche gebaut?
Sie erinnert an die russischen Soldaten und bulgarischen Freiwilligen, die im Russisch-Osmanischen Krieg 1877/78 starben. Das Geld stammte aus Spenden in Russland und Bulgarien.
Wie hoch ist der Glockenturm?
Der Glockenturm ist 53 Meter hoch und trägt 17 Glocken. Die schwerste, rund 12 Tonnen, wurde aus nach den Kämpfen gesammelten Patronenhülsen gegossen.
Was befindet sich in der Krypta?
Die Krypta enthält 17 Steinsarkophage mit den Überresten der Gefallenen, und das Beinhaus soll die Gebeine von fast 9000 russischen und bulgarischen Soldaten bergen.
Was gibt es in der Nähe der Shipka-Gedächtniskirche noch zu sehen?
Das Grab des Seuthes III., das Grab von Ostruscha und das Schipka-Denkmal liegen im Umkreis von etwa 4 km, das Tal der thrakischen Könige rund 5 km entfernt.
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