
Festung Mezek, die mittelalterliche Feste bei Swilengrad
Die Festung Mezek ist eine mittelalterliche Grenzfeste auf einer Felsterrasse beim Dorf Mezek, etwa 6 km südwestlich von Swilengrad und einen Kilometer von der griechischen Grenze entfernt. Neun Rundtürme, einige über zehn Meter hoch, ragen noch aus ihren Mauern. Sie zählt zu den 100 Touristenobjekten Bulgariens und liegt nur einen kurzen Fußweg vom größten thrakischen Kuppelgrab des Landes entfernt.
Ihre Zinnen überdauerten bis 1900, als die Osmanen Teile der Mauern abtrugen, um in Swilengrad Kasernen zu bauen. Dennoch ist sie die am besten erhaltene Festung der Ostrhodopen.
Die Geschichte der Festung Mezek
Die Festung steht auf etwa 210 Metern Höhe auf einer langgestreckten Terrasse am Fuß des Gorata, auch Sweta Marina genannt, des nordöstlichsten Ausläufers der Rhodopen. Die Einheimischen nennen sie schlicht Kaleto, „die Burg“. Menschen waren hier schon lange vor dem Mittelalter aktiv: Der Archäologe Iwan Welkow, der das Gebiet nach der Entdeckung des berühmten Grabes bei Mezek aufsuchte, dokumentierte auf der Wiese südlich der Mauern thrakische Keramik und einen Amphorenstempel von der Insel Thasos.
Bei den Grabungen wurde kein mittelalterliches Material aus der Zeit vor dem 11. Jahrhundert gefunden, dafür sehr viel Keramik des 13. und 14. Jahrhunderts. Danach wurde die Festung Ende des 11. und Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut, wahrscheinlich unter dem byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos. Sie war ein Grenzwachposten, der das Land zwischen den Flüssen Mariza und Arda schützte, und blieb in Gebrauch, bis das Gebiet in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts an die Osmanen fiel. Zeitweise war sie in byzantinischer, zeitweise in bulgarischer Hand.
Die Festung bildet ein kleines, unregelmäßiges Viereck von etwa 110 mal 60 Metern mit rund 7 Dekar Fläche. Ihre 1,9 bis 2,5 Meter dicken Mauern bestehen aus Bruchstein in weißem Mörtel und sind außen mit drei Ziegelbändern verziert. Neun Rundtürme ragen mit mehr als der Hälfte ihres Durchmessers aus der Mauer heraus und sind über zehn Meter hoch; fünf stehen an der gefährdeten Südseite. Der höchste und am besten erhaltene, an der Südwestecke, hatte drei zum Innenraum offene Stockwerke, sodass die Verteidiger im Kreis schießen konnten, selbst wenn der Feind eingedrungen war. Der Eingang liegt in der Westmauer, in einer tiefen Nische, von einem Turm geschützt.
Im 19. Jahrhundert setzte der Historiker Konstantin Jireček diese Ruinen mit Neoutzikon gleich, einem vom byzantinischen Chronisten Niketas Choniates genannten Ort. Nach Choniates rief sich Konstantin Angelos Dukas, Statthalter von Philippopolis und erfolgreicher Kämpfer gegen den bulgarischen Aufstand von Assen und Petar, 1193 zum Kaiser aus und zog Richtung Adrianopel. Seine eigenen Leute verrieten und ergriffen ihn bei Neoutzikon, an der Grenze der Bezirke Plowdiw und Edirne, und Kaiser Isaak II. Angelos schlug die Revolte nieder. Choniates fügt hinzu, dass die bulgarischen Aufständischen, die Konstantins Fähigkeiten gefürchtet hatten, dadurch stark ermutigt wurden.
Die Zinnen blieben bis 1900 erhalten, als die Osmanen sie und einen Teil der Festung abtrugen, um die Steine für Kasernen in Swilengrad zu verwenden. Die Erforschung begann in den 1930er-Jahren mit dem Architekten Aleksandar Raschenow, und größere Grabungen 1983 brachten zwei Getreidespeicher mit verkohltem Weizen, Mühlsteine und viele Haushaltsgefäße zutage. Die Festung wurde 1927 zur nationalen Antiquität und 1968 zum Baudenkmal erklärt; Konservierungsarbeiten folgten 1963, 1973, 2007 und erneut 2012–2013, als Treppen, Verblendmauerwerk und mehrere Zinnen wiederhergestellt wurden.
Kurioses über die Festung Mezek
- Die Osmanen rissen 1900 einen Teil der Festung ab, um aus den Steinen Kasernen in Swilengrad zu bauen.
- Die Türme ragen mit mehr als der Hälfte ihres Durchmessers aus der Mauer, sodass die Verteidiger entlang der Mauerfront schießen konnten.
- Der große Südwestturm hatte drei zum Innenraum offene Stockwerke und bot damit eine Rundumschussbahn.
- Am Platz des östlichsten Turms steht ein Militärbau aus der Zeit des Kalten Krieges, ein Zeichen dafür, wie nah die griechische Grenze liegt, nur etwa einen Kilometer entfernt.
- Im Inneren fand man zwei Getreidespeicher mit verkohltem Weizen, ein Zeichen dafür, dass die Festung Vorräte hielt.
- Auf dem nahen Gipfel Scheinowez fand 1912 die erste Gefechtshandlung des Ersten Balkankrieges statt.
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Die Festung Mezek besuchen: das sollten Sie wissen
- Die Festung liegt direkt beim Dorf Mezek und ist von Swilengrad aus per Straße leicht zu erreichen; vom westlichen Dorfrand führt eine Straße Richtung Gipfel Scheinowez.
- Gehen Sie um die Mauern herum, um die neun Rundtürme, die drei Ziegelbänder außen sowie die wiederhergestellten Treppen und Zinnen zu sehen.
- Vor Ort wird ein Touristeninformationszentrum mit Informationen und Broschüren genannt; prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
- Etwa 600 m östlich liegt das Grab von Mezek, das größte thrakische Kuppelgrab Bulgariens, das sich gut mit der Festung verbinden lässt.
- Die Festung gehört zum Naturdenkmal Kaleto, das seit 1976 wegen seiner Felsformationen und der Festung geschützt ist.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Festung Mezek
Fotos: Festung Mezek





Fragen
Was ist die Festung Mezek?
Die Festung Mezek ist eine mittelalterliche Feste aus dem 11. und 12. Jahrhundert beim Dorf Mezek in Südostbulgarien. Sie wird mit dem byzantinischen Neoutzikon gleichgesetzt.
Wo liegt die Festung Mezek und wie weit ist es von Swilengrad?
Sie liegt beim Dorf Mezek, etwa 6 km südwestlich von Swilengrad und rund einen Kilometer nördlich der griechischen Grenze.
Wie alt ist die Festung Mezek?
Die Grabungen datieren den Bau auf das Ende des 11. oder den Anfang des 12. Jahrhunderts, wahrscheinlich unter Alexios I. Komnenos. Genutzt wurde sie bis zur osmanischen Eroberung in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
Was gibt es in der Festung Mezek zu sehen?
Ein ummauertes Viereck mit neun Rundtürmen, deren am besten erhaltener an der Südwestecke steht, sowie wiederhergestellte Treppen und Zinnen.
Gibt es in der Nähe der Festung Mezek noch etwas zu sehen?
Ja. Etwa 600 m östlich liegt das Grab von Mezek, das größte thrakische Kuppelgrab Bulgariens, und in der Nähe befindet sich der Gipfel Scheinowez.
Steht die Festung Mezek unter Schutz?
Ja. Sie wurde 1927 zur nationalen Antiquität und 1968 zum Baudenkmal erklärt und liegt im 1976 ausgewiesenen Naturdenkmal Kaleto.
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